Medienmitteilung 1. April 2018

Die israelische Armee hat an der Grenze des Gazastreifens auf palästinensische Demonstranten das Feuer eröffnet und 17 Palästinenser getötet. Unbewaffnete Palästinenser, die sich der Grenze von Gaza aus nähern, werden von Israel zu „Terroristen“ erklärt, welche das Land angegriffen hätten.

Mit dem „Marsch der Rückkehr“ demonstrieren die Palästinenser für ihr Recht auf Rückkehr an ihre Heimatorte, aus denen sie 1948 vertrieben worden waren. 1949 hat Israel gegenüber der UNO zugesichert, dass es die UNO-Resolutionen, insbesondere die Resolution 194 vom 11. Dezember 1948 respektieren werde, welche die Rückkehr der Flüchtlinge verlangte.

Israel wurde daraufhin als Mitglied der UNO aufgenommen, erfüllte jedoch seine Verpflichtungen bis heute nicht.

70 % der Einwohner*innen des Gazastreifens sind Flüchtlinge und Vertriebene der Nakba von 1948 vor und nach der Gründung des Staates Israel.

  • Ein gerechter und dauerhafter Frieden, wie ihn auch der Bundesrat fordert, ist ohne die Umsetzung des Rechts auf Rückkehr der Flüchtlinge nicht denkbar. 
  • Die Gesellschaft Schweiz-Palästina unterstützt die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung der Ermordung unbewaffneter Zivilpersonen und fordert internationale Sanktionen gegen Israel. 
  • Die seit zehn Jahren bestehende Blockade des Gazastreifens muss beendet werden.

Gesellschaft Schweiz-Palästina (GSP)

Gideon Levy 2018 03 Washington"Israel Lobby & American Policy"

Conference on March 2nd, 2018

at the National Press Club in Washington DC

Video (52 min., engl.)

 

Ahed TamimiAuch wenn Uri Avnery unerschütterlich noch immer an die 2-Staatenlösung glaubt -  seiner Schlussfolgerung in diesem Bericht in Haaretz können wir voll zustimmen:

Occupation makes you stupid.
In the end, this stupidity will bring us down.

(sorry, der Artikel ist auf Englisch - und da Haaretz nicht vom Multimilliardär Sheldon Adelson finanziert wird, müssen sich nicht-Abonnenten zumindest anmelden)

Was Sie aber auch ohne Bezahlung machen können:

Die Petition Free Ahed Tamimi bei Avaaz unterzeichnen.

Helfen Sie mit, dass wir bald schon 500'000 UnterstützerInnen haben!

In der Sendung Kultur Kompakt vom 29. Nov. 2017 erklärt Religionsredaktorin Judith Wipfler:

Also, die Idee vom Komplett-Boykott* ist klar antisemitisch.
Sie sagt nichts anderes als "Kauft nicht bei Juden"

* nicht nur gegen Produkte aus den jüdischen Kolonien in der besetzten Westbank.

So einfach ist es, wenn die SRF-Redaktorin Wipfler nicht unterscheiden kann oder will zwischen einem Bokykott von Juden, weil sie Juden sind und der durch Bokykottaufforderungen unterstützten Kritik an der Politik Israels.

Der ganze Beitrag strotzt von falschen und unsinnigen Aussagen und Vergleichen. Diese mögen einleuchen bei HörerInnen, die noch nie davon gehört haben, dass die Palästinenserinnen und Palästinenser in der Westbank seit nun 50 Jahren unter militärischem Besatzungsregime leben. Doch darüber erfahren sie in diesem Beitrag nichts.

JVP for BDSZu Beginn des Beitrags hören wir zwar:

"es gibt auch christliche und sogar jüdische Unterstützer, die für den Boykott Israels sind.",

doch über die steigende Zahl von unterstützenden Organisationen hören wir leider nichts.

Hier wäre ein Beispiel: die US-Amerikanische Jewish Voice for Peace www.jvp.org

Ist das der Qualitäts-Journalismus, dessen sich SRF rühmt?

Die Audio-Spur des 5 Min. Beitrags ist hier zu hören und hier nachzulesen.

Das VBS und IsraelPeinlich für das VBS - und den damaligen VBS-BR Ueli Maurer - wenn bekannt wird, dass sich das VBS während Jahren um die Weisungen des EDA foutiert hat, so wie sich Israel um die Resolutionen der UNO foutiert.

... um dann zu behaupten, sie hätten davon nix gewusst, dies sei ein "Kommunikationsfehler" gewesen. (Der für Isarael zuständige schweizerische Militärattaché hat einen seiner Sitze in der CH-Botschaft in Tel Aviv...)

Unser Medienmitteilung zum "Fall"

Medienmitteilung der Gesellschaft Schweiz-Palästina GSP

VBS macht Schweizer Aussenpolitik unglaubwürdig

Die Gesellschaft Schweiz-Palästina verurteilt die bekannt gewordenen Besuche von Beamten des Bundesamtes für Rüstung (Armasuisse) auf dem von Israel seit 1967 besetzten syrischen Territorium des Golan. Das zuständige Verteidigungsdepartement (VBS) ist verantwortlich für diesen eklatanten Neutralitätsbruch.

Angeblich „wussten“ die Verantwortlichen nicht, dass solche Besuche gegen die Schweizer Neutralitätspolitik verstiessen. Dies ist nicht nur nicht glaubhaft, sondern zeigt, dass sich das VBS bei Rüstungsbeschaffungen in Israel einen Deut um die Tatsache schert, dass Israel ein Besatzerstaat ist und den Golan illegal (wie auch Ostjerusalem) illegal annektiert hat und die besetzten Gebiete völkerrechtswidrig besiedelt. Sämtliche Rüstungsbeschaffungen in Israel stellen gleichzeitig eine Unterstützung der Besatzungsmacht und ihrer Rüstungsindustrie dar. Letztere preist ihre Produkte als in Kriegen gegen die Palästinenser getestet an. Auch der vom Parlament bewilligte Ankauf von Drohnen in Israel verstösst somit gegen die offizielle Schweizer Neutralität und macht sie unglaubwürdig. Dafür ist nicht nur das VBS, sondern sind auch die PolitikerInnen verantwortlich, welche Rüstungsgeschäfte mit Israel rechtfertigen.

Gesellschaft Schweiz-Palästina
2.11.2017